Als Vater dreier Kinder und überzeugter „Familienmensch“ freue ich mich sehr, dass wir mit dem jetzt vom Bayerischen Ministerrat beschlossenen Eckpunkten für den „Familienpakt Bayern“ die Arbeitswelt im Freistaat noch familienfreundlicher machen werden. Schon heute gibt es in der Wirtschaft und im Öffentlichen Dienst zahlreiche vorbildliche Einzelbeispiele in Sachen Familienfreundlichkeit, weil vielen seit langem bewusst ist, dass das mittlerweile ein harter Standortfaktor im Wettbewerb um die besten Köpfe ist. Aus diesen Einzelmaßnahmen soll nun nach dem Willen der CSU eine Gesamtbotschaft werden: Familien haben Vorfahrt!
 
Die Eckpunkte des „Familienpakts Bayern“ lauten:
 
• Weitere Ergänzung der bedarfsgerechten Kinderbetreuung
• Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
• Anpassung der Arbeitswelt an Familienbelange
• Unterstützung eines Kultur- und Bewusstseinswandels für eine familienfreundliche Arbeitswelt
Wichtiges Ziel: Umsetzung der Ganztagsgarantie
 
Ein ganz zentralesZiel des Familienpakts ist die Umsetzung der von Ministerpräsident Seehofer gegebenen Ganztagsgarantie. Bereits heute haben wir fast überall in Bayern eine gute Abdeckung, was Kindergarten und Krippe angeht. Aber wenn die Kinder dann ins Schulalter kommen, werden die Eltern kaum auf einen entsprechenden Betreuungsumfang verzichten wollen. Hier gilt es, Lücken zu schließen. Deshalb wollen wir bis 2018 ein bedarfsgerechtes Angebot für alle Schülerinnen und Schüler bis 14 Jahre schaffen. Und auch bei der Betreuung in Randzeiten und Ferien oder bei Notfällen wollen wir Verbesserungen erreichen, genauso beim Ausbau betrieblicher Betreuungsangebote. Auch hier soll der Öffentliche Dienst mit gutem Beispiel vorangehen und zusätzliche Krippenplätze für die Kinder seiner Beschäftigten zur Verfügung stellen.
 
„Familienkompetenz“ kommt auch der „Jobkompetenz“ zu Gute
 
Darüber hinaus brauchen wir aber auch einen Kulturwandel. Das heißt, dass gelebte Elternschaft nicht mehr zu „Abwertung“ im Arbeitsleben führen darf. Allen muss klar werden, dass „Familienkompetenz“ auch der „Jobkompetenz“ zu Gute kommt. Zudem muss sich nach unserer Vorstellung die Arbeitswelt noch stärker an die Belange der Familien anpassen. Auch hier wollen wir im Öffentlichen Dienst mit gutem Beispiel vorangehen und die bestehenden Möglichkeiten von Teilzeit, Telearbeit und flexiblen Arbeitszeiten noch besser nutzen, auf allen Ebenen, auch in Führungspositionen.
 
Unser Ziel: Pflege eines nahen Angehörigen mit dem Berufsleben vereinbaren
 
Aufgrund des demographischen Wandels stehen auch in Bayern immer mehr Menschen vor der Herausforderung, die Pflege eines nahen Angehörigen mit dem Berufsleben zu vereinbaren. Mit dem Familienpakt wollen wir auf die Bedürfnisse pflegender Angehöriger im beruflichen Umfeld aufmerksam machen und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für Beschäftigte und Unternehmen aufzeigen.
 
Die Partner des Familienpakts der Bayerischen Staatsregierung sind die Verbände der Wirtschaft: Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, der Bayerische Industrie- und Handelskammertag und der Bayerische Handwerkskammertag. Mit ihnen geht es jetzt in die Feinabstimmung. Anschließend soll der „Familienpakt Bayern“ voraussichtlich noch vor der Sommerpause von Ministerpräsident Seehofer und den Spitzen der Wirtschaftsverbände unterzeichnet werden. Ab Herbst sollen sich dann alle relevanten Akteure wie Unternehmen, Kommunen, regionale Initiativen oder Sozialverbände am Familienpakt direkt beteiligen können– das gilt natürlich auch für den Landkreis Rosenheim! In der Folge soll dann der Familienpakt kontinuierlich weiterentwickelt werden.